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Starke Frauen im Handwerk

Frauen im Handwerk? Ja klar! Letitia Cheyenne Jaensch zeigt, wie’s geht. Die 1.-Semester-Studentin studiert dual Bauingenieurwesen bei Kuhlmann-Leitungsbau am Standort Wittenburg und bringt frischen Wind auf die Baustelle. In diesem Beitrag gibt euch die Berufseinsteigerin einen exklusiven Einblick in ihren Alltag zwischen Hörsaal und Baustelle – und zwar in Form von Sprachnachrichten. Erfahrt, warum sie sich bewusst für das Handwerk entschieden hat, was ihr am meisten Spaß macht und was für sie echte Frauenpower bedeutet. Hört doch mal rein!

Was wolltest du als Kind werden und warum? 

Also, ich glaube, es ist ganz normal, dass man als Kind jede Woche was anderes werden möchte. Aber am meisten wollte ich, glaube ich, immer Meeresbiologin werden. Und ich glaube, es war einfach die Faszination vom Meer und vom Unbekannten. Und auch so ein bisschen so mein Interesse für Tiere. Ich wollte auch ganz lange Tierärztin werden und es hat einfach auch so diesen Forschungscharakter. und die Möglichkeit, etwas zu verbessern oder etwas zu beschützen, was so unsere Natur ist und was auch zum Teil ja bedroht ist mittlerweile. Und als Kind war ich dann einfach begeistert davon, die Möglichkeit zu haben, das zu erkunden und daran was zu verändern. 

Warum hast du dich für einen Job im Handwerk entschieden? 

Ich wollte schon immer irgendwo mit anpacken und kenn es auch von zu Hause nicht anders. Und ich hab letztes Jahr ja einen Freiwilligendienst gemacht und hab da schon gemerkt, dass ein Bürojob für mich gar nicht in Frage kommt und hab mich deswegen jetzt für einen Job im Handwerk entschieden. 

Du studierst gerade dual Bauingenieurwesen bei Kuhlmann. Was waren deine Erwartungen an das Studium? Erfüllt das Studium deine anfänglichen Erwartungen? 

Ich glaube, ich bin verhältnismäßig mit wenig Erwartungen an das Studium gegangen, aber hab schon für mich gehofft, dass ich die handwerklichen Vorgänge erlerne und gleichzeitig aber auch so die physikalischen Vorgänge dahinter verstehen lerne. Ich war jetzt noch nicht in der Hochschule, aber bin bis jetzt wirklich zufrieden. Also ich hab bis jetzt ja nur die Ausbildung kennengelernt und bin da total glücklich mit den praktischen Erfahrungen, die ich mache, ob auf der Baustelle oder im überbetrieblichen Ausbildungszentrum. Und ich bin dann gespannt, wie das dann ab Herbst wird in der Hochschule. 

Wie sieht bei dir ein typischer Arbeitstag aus? 

Also, so ein normaler Arbeitstag auf der Baustelle beginnt bei mir meistens sehr früh. Und dann treffen wir uns alle auf dem Hof und beladen unser Baustellenfahrzeug und fahren dann gemeinsam auf die Baustelle. Und da geht es dann an die normale Arbeit, also was dann halt so ansteht. Manchmal Kabel ziehen oder Bohrgruben aufmachen oder wiederverfüllen. Und zwischendurch eben dann noch unsere Pausenzeiten einhalten und hoffentlich dann pünktlich Feierabend machen. 

Wie sieht für euch die Arbeitsteilung auf der Baustelle aus?  

Erstmal bin ich mit der Arbeitsteilung auf der Baustelle super zufrieden. Jeder macht, was er kann und was er darf und trotzdem werden wir regelmäßig in neue Arbeitsabläufe eingeführt und lernen regelmäßig neue Dinge, ohne irgendwie überfordert zu werden. Und das ist wirklich sehr angenehm. 

Was macht dir draußen und im Büro am meisten Spaß? 

Ich würde sagen, draußen macht mir am meisten Spaß, einfach meine Hände schmutzig zu machen und anzufassen, aber auch einfach die Abwechslung, die man eigentlich mit jedem Tag hat. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es wahrscheinlich Kabel ziehen. Und im Büro bin ich noch nicht tätig gewesen. Aber ich kann mir vorstellen, dass wenn ich im Büro arbeite, dass es dann so mathematische Aufgaben wären. Also Irgendwie Baustellenkalkulation, genau. 

Woran merkst du, dass du als Frau auf der Baustelle dem Team einen echten Mehrwert bringst?  

Ich finde, dass man den Mehrwert vor allem spürt durch die Vielfalt in unserem Team und daran, dass wir einfach effizienter arbeiten aufgrund unterschiedlicher Denkweisen und Lösungsansätze, die wir einfach alle haben und dass ich nicht einfach nur als Frau, sondern auch als junger Mensch einfach neue Perspektiven und Kompetenzen mitbringe. Und das auch einfach wertgeschätzt wird. 

Warum sollten Frauen generell, genau wie du, den Weg ins Handwerk suchen? 

Das Handwerk hat es schon immer gegeben. Handwerk ist jetzt und Handwerk wird auch immer da sein und immer gebraucht werden. Man hat unfassbar viele Entwicklungschancen und auch Frauen werden im Handwerk gebraucht, nicht als Frauen, sondern auch einfach als Fachkraft. 

Was ist für dich Frauenpower?  

Über diese Frage habe ich wirklich lange nachgedacht und ich habe auch viele Kolleginnen gefragt und am meisten kamen Antworten in die Richtung, dass wir halt mit anpacken können. Aber ich wollte das jetzt irgendwie nicht als Frauenpower bezeichnen, dass wir genauso viel arbeiten wie unsere männlichen Kollegen. Deswegen würde ich im Allgemeinen sagen, dass Frauenpower ist, dass wir Durchsetzungsvermögen haben und Perspektiven und das ohne uns zu verbiegen oder irgendwie auf unsere Weiblichkeit verzichten zu müssen. 

Worauf freust du dich am meisten, wenn du das Kuhlmann-Gelände betrittst? 

Am meisten freue ich mich auf meine Kollegen, wenn ich das Kuhlmann Gelände betrete, aber auch auf die sichtbaren Ergebnisse und am Ende des Tages zu sehen, was wir geschafft haben.